6.7.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf Angiographie

Beschreibung:

Unmittelbar durch eine zerebrale Angiographie ausgelöster Kopfschmerz.

Diagnostische Kriterien:
  1. Jeder neu aufgetretene Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Zustand nach intraarterieller Angiographie der Aa. carotides oder vertebrales
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch wenigstens zwei der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. der Kopfschmerz hat sich während der Angiographie oder innerhalb von 24 Stunden nach dieser entwickelt
    2. der Kopfschmerz ist innerhalb von 72 Stunden nach der Angiographie verschwunden
    3. der Kopfschmerz weist eine der folgenden Kombinationen von Merkmalen auf1:
      1. entwickelt sich bei der Kontrastmittelinjektion und hält <1 Stunde lang an
      2. entwickelt sich wenige Stunden nach der Angiographie und hält >24 Stunden lang an
      3. tritt bei einem Patienten mit 1. Migräne auf und zeigt die Kennzeichen einer 1.1 Migräne ohne Aura oder 1.2 Migräne mit Aura
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Anmerkung:
  1. Es gibt drei anerkannte (doch nicht separat kodierte) Subtypen von 6.7.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf Angiographie.
    1. tritt während der Angiographie und in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Kontrastmittelinjektion auf;
    2. tritt erst nach der Angiographie auf, allerdings innerhalb von 24 Stunden;
      (beide Subtypen kommen häufiger bei Patienten mit primären Kopfschmerzen in der Vorgeschichte vor, haben jedoch einen entschieden anderen Charakter als die primären Kopfschmerzen);
    3. eine Migräneattacke bei einer Person, die unter 1. Migräne leidet, welche durch eine Angiographie ausgelöst wird (in solchen Fällen, sollten für den Patienten beide Diagnosen gestellt werden: der entsprechende Typ oder Subtyp von 1. Migräne und 6.7.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf Angiographie).
Kommentar:

Eine Angiographie mit Kontrastmittel ist kontraindiziert bei Patienten mit jedwedem Subtyp von 1.2.3 hemiplegischer Migräne, da sie eine lebensbedrohliche Attacke mit prolongierter Hemiplegie und Koma auslösen kann.