6.7.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen intrakraniellen endarteriellen Eingriff

Beschreibung:

Einseitiger Kopfschmerz, der unmittelbar auf einen intrakraniellen endarteriellen Eingriff zurückgeht, ipsilateral zum Situs des Eingriffs und weniger als 24 Stunden anhaltend.

Diagnostische Kriterien:
  1. Jeder neue Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Zustand nach einem intrakraniellen endarteriellen Eingriff1
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch wenigstens drei der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Kopfschmerz hat sich innerhalb 1 Woche nach dem Eingriff entwickelt
    2. Der Kopfschmerz ist innerhalb 1 Monats nach dem Eingriff verschwunden
    3. Der Kopfschmerz ist ipsilateral zum Eingriff oder bilateral
    4. Der Kopfschmerz zeigt eines der folgenden klinischen Bilder2:
      1. stark, plötzlich innerhalb von Sekunden nach dem Eingriff auftretend und <1 Stunde anhaltend
      2. mittelstark bis stark, innerhalb von Stunden nach dem Eingriff auftretend und >24 Stunden anhaltend
      3. tritt bei einem Patienten mit 1. Migräne auf und zeigt die Kennzeichen einer 1.1 Migräne ohne Aura oder 1.2 Migräne mit Aura
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose3.
Anmerkung:
  1. Zum Beispiel Angioplastie, Embolisation oder Stentimplantation.
  2. Es gibt drei anerkannte (aber nicht separat kodierte) Subtypen des 6.7.1 Kopfschmerzes zurückzuführen auf intrakranielle Endarteriektomie:
    1. ein sehr spezifischer Subtyp, der nach Balloneinlage oder Embolisation einer arteriovenösen Malformation (AVM) oder eines Aneurysmas auftritt: starker Schmerz mit Lokalisation entsprechend der betroffenen Arterie, der plötzlich innerhalb weniger Sekunden nach dem Eingriff entsteht und dann schnell verschwindet;
    2. Kopfschmerz, der sich innerhalb von Stunden bis zu einem Tag nach dem Eingriff entwickelt und einige Tage lang anhält;
    3. eine Migräneattacke, die bei einer Person auftritt, die unter einer 1. Migräne leidet und durch den intrakraniellen endarteriellen Eingriff ausgelöst wird; mitunter gefolgt von rezidivierenden intermittierenden Kopfschmerzen über mehrere Wochen (in diesen Fällen sollte der Patient beide Diagnosen erhalten: die des entsprechenden Typs oder Subtyps von 1. Migräne und 6.7.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen intrakraniellen endarteriellen Eingriff).
  3. Andere Ursachen für Kopfschmerzen, insbesondere eine arterielle Dissektion und eine Arterienruptur, konnten durch geeignete Untersuchungen ausgeschlossen werden.