6.9 Kopfschmerz zurückzuführen auf einen Hypophyseninfarkt

Beschreibung:

Kopfschmerz, der durch einen Hypophyseninfarkt verursacht wird, in der Regel mit plötzlichem Beginn (sogar Donnerschlag) und starker Intensität, von Anfang an oder später in Begleitung visueller Symptome und/oder einer Hypophysenunterfunktion.

Diagnostische Kriterien:
  1. Jeder neu aufgetretene Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Es wurde ein akuter hämorrhagischer Hypophyseninfarkt diagnostiziert
  3. Nachweis einer Verursachung durch mindestens zwei der folgenden Punkte:
    1. Der Kopfschmerz entwickelte sich in enger zeitlicher Beziehung zu anderen Symptomen und/oder klinischen Zeichen eines Hypophyseninfarkts oder war maßgeblich für die Diagnose eines Hypophyseninfarkts
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. deutliche Kopfschmerzverschlechterung gleichzeitig mit anderen Symptomen und/oder klinischen Zeichen eines Hypophyseninfarkts
      2. deutliche Kopfschmerzbesserung gleichzeitig mit anderen Symptomen und/oder klinischen Zeichen einer Besserung im Hinblick auf einen Hypophyseninfarkt
    3. Kopfschmerz ist stark und tritt plötzlich oder als Donnerschlagkopfschmerz auf
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Kommentar:

Der Hypophyseninfarkt ist ein seltenes klinisches Syndrom, das ein akut lebensbedrohliches Krankheitsbild darstellt. Es handelt sich um eine der Ursachen einer nicht-aneurysmatischen Subarachnoidalblutung.

Zudem ist er eine der Ursachen eines Donnerschlagkopfschmerzes. Die meisten Fälle treten als erster Hinweis auf eine rasante Vergrößerung funktionsgestörter Makroadenome der Hypophyse infolge einer Blutung und/oder eines Infarkts auf.

Das MRT ist sensitiver als das CTT in der Aufdeckung von intrasellären Pathologien.