10.3.2 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine hypertensive Krise ohne hypertensive Enzephalopathie

An anderer Stelle kodiert:

10.3.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf ein Phäochromozytom.

Beschreibung:

Kopfschmerz, gewöhnlich bilateral und pulsierend, verursacht durch einen paroxysmalen Anstieg des arteriellen Bluthochdrucks (systolisch ≥180 mmHg und/oder diastolisch ≥120 mmHg). Der Kopfschmerz verschwindet nach Normalisierung des Blutdruckes.

Diagnostische Kriterien:
  1. Kopfschmerz, der Kriterium C erfüllt
  2. Beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
    1. Es tritt eine hypertensive Krise1 auf
    2. Keine klinischen Merkmale oder anderen Hinweise auf eine Hochdruckenzephalopathie
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch mindestens zwei der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Kopf hat sich während einer hypertensiven Krise entwickelt
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. Der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit dem Anstieg der Hypertonie deutlich verschlechtert
      2. Der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit der Besserung oder dem Verschwinden der hypertensiven Krise deutlich verbessert oder ist verschwunden
    3. Der Kopfschmerz weist mindestens eines der folgenden Charakteristika auf:
      1. bilateral
      2. pulsierender Charakter
      3. hervorgerufen durch körperliche Aktivität
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Anmerkung:
  1. Eine hypertensive Krise wird definiert als paroxysmaler Anstieg des systolischen (auf ≥180 mmHg) und/oder diastolischen (auf ≥120 mmHg) Blutdrucks.
Kommentar:

Paroxysmale Hypertonien können als Folge einer Störung von Barorezeptorreflexen (nach einer Endarterektomie der A. carotis oder in Folge einer Bestrahlung des Nackens) oder bei Patienten mit einem enterochromaffinen Zelltumor auftreten.