10.3 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine arterielle Hypertonie

Beschreibung:

Kopfschmerz, oft bilateral und pulsierend, der durch eine arterielle Hypertonie verursacht wird, gewöhnlich bei einem akuten Anstieg des systolischen (≥180 mmHg) und/oder diastolischen (≥120 mmHg) Blutdrucks. Der Kopfschmerz verschwindet nach einer Normalisierung des Blutdrucks.

Diagnostische Kriterien:
  1. Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Es wurde eine Hypertonie mit systolischem Druck ≥180 mmHg und/oder diastolischem Druck ≥120 mmHg nachgewiesen
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch eines oder beide der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Kopfschmerz hat sich in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn der Hypertonie entwickelt
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit einer Verschlechterung der Hypertonie deutlich verschlechtert
      2. der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit einer Besserung der Hypertonie deutlich gebessert
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Kommentar:

Eine chronische arterielle Hypertonie, die leicht (140-159/90-99 mmHg) oder moderat (160-179/100-109 mmHg) ist, scheint keine Kopfschmerzen zu verursachen. Ob eine moderate arterielle Hypertonie aber zu Kopfschmerzen zumindest prädisponiert, wird noch kontrovers diskutiert. Es gibt nur wenig Anhaltspunkte hierfür.

Ambulante Blutdruckkontrollen bei Patienten mit einer milden und moderaten arteriellen Hypertonie konnten keinen überzeugenden Zusammenhang zwischen Fluktuationen des Blutdrucks über 24 Stunden hinweg und dem Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Kopfschmerzen aufdecken.