10.2 Dialysekopfschmerz

Beschreibung:

Kopfschmerz ohne spezifischen Charakteristika, der während der Hämodialyse auftritt und von dieser verursacht wird. Er verschwindet spontan innerhalb von 72 Stunden nach der Hämodialysebehandlung.

Diagnostische Kriterien:
  1. Wenigstens 3 akute Kopfschmerzepisoden, die Kriterium C erfüllen
  2. Der Patient erhält eine Hämodialysebehandlung
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch mindestens zwei der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Kopfschmerz hat sich jeweils während einer Hämodialysebehandlung entwickelt
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. Der Kopfschmerz hat sich während der Dialysesitzung jedes Mal verschlechtert
      2. Der Kopfschmerz ist innerhalb von 72 Stunden nach der Dialysesitzung verschwunden
    3. Die Kopfschmerzepisoden hören nach einer erfolgreichen Nierentransplantation und Beendigung der Hämodialysebehandlung ganz auf
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose1.
Anmerkung:
  1. Da Koffein durch eine Dialyse sehr schnell entfernt wird, sollte daran gedacht werden, dass bei Patienten, die davon größere Mengen konsumieren, ein 8.3.1 Koffeinentzugskopfschmerz auftreten kann.
Kommentar:

Ein 10.2 Dialysekopfschmerz tritt in Verbindung mit einer Hypotonie und einem Dialyse-Dysäquilibrium-System auf. Das Dysäquilibrium-Syndrom kann mit Kopfschmerzen beginnen und zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma mit oder ohne epileptischen Anfall führen. Dieses Syndrom ist relativ selten und kann eventuell durch eine Veränderung der Dialyseparameter verhindert werden.

Abweichungen beim Harnstoff-, Natrium- und Magnesiumspiegels sowie bei Blutdruck und Körpergewicht können Risikofaktoren für die Entwicklung eines 10.2 Dialysekopfschmerzes sein.