A12.7 Kopfschmerz zurückzuführen auf eine soziale Angststörung (soziale Phobie)

Diagnostische Kriterien:
  1. Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Vorliegen einer sozialen Angststörung (sozialen Phobie) nach den Kriterien der DSM-5
  3. Der Kopfschmerz tritt ausschließlich während der Exposition gegenüber der sozialen Situation oder der Erwartung einer solchen Exposition auf
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Kommentare:

Bei der sozialen Angststörung (sozialen Phobie) hat die Person ausgeprägte Angst oder Furcht vor einer oder mehreren sozialen Situationen, in denen sie der Beurteilung durch andere ausgesetzt sein könnte. Die Angst oder Furcht ist der durch die soziale Situation bestehenden Bedrohung unangemessen. Beispiele sind soziale Interaktionen (z.B. eine Unterhaltung), Beobachtung durch andere (z.B. beim Essen oder Trinken) oder vor anderen eine Leistung erbringen zu müssen (z.B. eine Rede halten). Die Person befürchtet, dass ihr Verhalten oder ihre Angstsymptome dazu führen werden, dass sie negativ beurteilt (z.B. erniedrigt, beschämt oder zurückgewiesen) wird, oder dass andere durch ihr Benehmen verletzt werden könnten. Bei Kindern kann sich die Angst oder Furcht durch Weinen, Schreianfälle, Erstarren, Klammern, Sich-Kleinmachen äußern oder durch die Unfähigkeit, in sozialen Situationen zu sprechen.

Die Störung hält üblicherweise sechs Monate oder länger an.