8.1.1 Kopfschmerz induziert durch Stickoxid (NO)-Donatoren

Beschreibung:

Kopfschmerz, der sofort oder verzögert durch akute Exposition gegenüber einem Stickoxid (NO)-Donator verursacht ist. Der Kopfschmerz geht spontan wieder zurück.

Kommentare:

8.1.1 Kopfschmerz induziert durch Stickoxid (NO)-Donatoren ist typischerweise frontotemporal und pulsierend. Alle NO-Donatoren (z.B. Amylnitrat, Erythrityltetranitrat, Pentaerythrityltetranitrat, Glyzeroltrinitrat, Isosorbidmono- oder -dinitrat, Natriumnitroprussid, Mannitolhexanitrat) können diese Art Kopfschmerz hervorrufen.

Glyzeroltrinitrat (Nitrogylzerin) induziert bei den meisten Menschen einen Sofortkopfschmerz. Bei Patienten mit 1. Migräne kann es einen verzögerten Kopfschmerz hervorrufen, der die diagnostischen Kriterien für eine 1.1 Migräne ohne Aura erfüllt. Bei Patienten mit 2.3 chronischem Kopfschmerz vom Spannungstyp kann Nitroglyzerin einen verzögerten Kopfschmerz induzieren, der das klinische Bild eines 2. Kopfschmerzes vom Spannungstyp aufweist. Dieser Effekt ist bei Patienten mit einem 2.1 selten oder 2.2 häufig auftretendem episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp nicht bekannt. Diese verzögerten Kopfschmerzen treten im Mittel 5-6 Stunden nach der Exposition auf. Menschen mit 3. Clusterkopfschmerz entwickeln einen Nitroglyzerin-induzierten verzögerten Kopfschmerz nur während der Clusterepisoden, üblicherweise 1-2 Stunden nach der Exposition.

Kopfschmerzen sind eine bekannte unerwünschte Wirkung beim therapeutischen Einsatz von Nitroglyzerin. Beim Dauereinsatz entwickelt sich innerhalb einer Woche eine Toleranz, und bei den meisten Betroffenen verschwindet der Nitroglyzerin-induzierte Kopfschmerz nach dieser Zeit. Andere therapeutisch eingesetzte NO-Donatoren können auch Kopfschmerzen induzieren. Isosorbidmononitrat wurde in einer einzelnen doppelblind-kontrollierten Studie untersucht und verursacht einen länger anhaltenden Kopfschmerz als Nitroglyzerin, was auf eine langsamere Freisetzung von Stickoxid zurückzuführen ist.