3.3 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks

Beschreibung:

Sekunden bis Minuten anhaltende, streng einseitige mittelstarke oder starke Kopfschmerzattacken, die mindestens einmal am Tag auftreten. In der Regel gehen sie mit einer deutlichen Lakrimation und Rötung des ipsilateralen Auges einher.

Diagnostische Kriterien:
  1. Mindestens 20 Attacken, die die Kriterien B bis D erfüllen
  2. Mäßige oder starke einseitig orbital, supraorbital und/oder temporal lokalisierte Schmerzattacken, die 1 bis 600 Sekunden anhalten und als Einzelstiche, Serien von Stichen oder sägezahnmusterartig auftreten
  3. Mindestens eines der folgenden kranioautonomen Symptome oder Zeichen ipsilateral zum Kopfschmerz:
    1. konjunktivale Injektion und/oder Lakrimation
    2. nasale Kongestion und/oder Rhinorrhoe
    3. Lidödem
    4. Schwitzen im Bereich der Stirn oder des Gesichtes
    5. Miosis und/oder Ptosis
  4. Die Attackenfrequenz liegt bei >1 pro Tag1
  5. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Anmerkung:
  1. Während eines Teils (aber weniger als der Hälfte) des Zeitverlaufes beim 3.3 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks können die Attacken seltener auftreten.
Kommentar:

Länger andauernde Attacken sind von diversen Stichen oder einem Sägezahnmuster gekennzeichnet.

Es werden zwei Subtypen des 3.3 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks anerkannt: 3.3.1 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks with conjunctival injection and tearing (SUNCT-Syndrom) und 3.3.2 Short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks with cranial autonomic symptoms (SUNA-Syndrom). Das 3.3.1 SUNCT-Syndrom könnte ein Subtyp des 3.3.2 SUNA-Syndroms sein, obwohl hier noch nähere Untersuchungen gefragt sind. Bis dahin werden sie jeweils als separater Subtyp klassifiziert wie unten beschrieben.

3.3.1 SUNCT-Syndrom und 3.3.2 SUNA-Syndrom können in der Regel ohne Refraktärphase getriggert werden. Hiermit stehen sie im Kontrast zu einer 13.1.1 Trigeminusneuralgie, die gewöhnlich nach jeder Attacke eine Refraktärphase aufweist.