2.2 Häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp

Beschreibung:

Häufig auftretende Kopfschmerzepisoden mit einer Dauer von Minuten bis Tagen. Der Schmerz ist typischerweise beidseits lokalisiert und von drückendem, beengenden Charakter. Er erreicht eine leichte bis mäßige Intensität und dauert Minuten bis Tage. Er verstärkt sich nicht durch körperliche Routineaktivitäten. Es besteht keine begleitende Übelkeit, aber Photophobie oder Phonophobie können vorhanden sein.

Diagnostische Kriterien:
  1. Wenigstens 10 Kopfschmerzepisoden, die die Kriterien B bis D erfüllen und durchschnittlich an 1 bis 14 Tagen/Monat für >3 Monate (≥12 und <180 Tage/Jahr) auftreten
  2. Die Kopfschmerzdauer liegt zwischen 30 Minuten und 7 Tagen
  3. Der Kopfschmerz weist mindestens 2 der folgenden vier Charakteristika auf:
    1. beidseitige Lokalisation
    2. Schmerzcharakter drückend oder beengend (nicht pulsierend)
    3. leichte bis mittlere Schmerzintensität
    4. keine Verstärkung durch körperliche Routineaktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen
  4. Beide folgenden Punkte sind erfüllt:
    1. keine Übelkeit oder Erbrechen
    2. Photophobie oder Phonophobie, nicht jedoch beides kann vorhanden sein
  5. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose1.
Anmerkung:
  1. Erfüllt der Kopfschmerz sowohl die Kriterien für eine 1.5 wahrscheinliche Migräne und einen 2.2 häufig auftretenden episodischen Kopfschmerz vom Spannungstyp, sollte er unter 2.2 häufig auftretender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp (oder als den Subtyp hiervon, für den die Kriterien erfüllt sind) kodiert werden, gemäß der allgemeinen Regel, dass definitive Diagnosen immer Vorrang gegenüber wahrscheinlichen Diagnosen haben.
Kommentar:

Ein 2.2 häufig vorkommender episodischer Kopfschmerz vom Spannungstyp tritt oft gemeinsam mit einer 1.1 Migräne ohne Aura auf. Beide sollten idealerweise in einem Kopfschmerztagebuch aufgezeichnet werden, da ihre Behandlung sich deutlich unterscheidet. Es ist daher von größter Wichtigkeit, Patienten zu schulen, zwischen diesen Kopfschmerztypen zu differenzieren, damit sie jeweils die richtige Behandlung wählen und um damit einen Medikamentenübergebrauch und die nachteiligen Folgen eines 8.2 Kopfschmerzes zurückzuführen auf einen Medikamentenübergebrauch zu verhindern.