13.4 Okzipitalisneuralgie

Beschreibung:

Ein- oder beidseitige paroxysmale, einschießende oder stechende Schmerzattacken im hinteren Teil des Schädels, im/in den Versorgungsgebiet(en) des N. occipitalis major, minor und/oder tertius, mitunter in Begleitung einer Gefühlsminderung oder Dysästhesie im betroffenen Areal und häufig assoziiert mit einer Druckschmerzhaftigkeit über dem/den betroffenen Nerv(en).

Diagnostische Kriterien:
  1. Ein- oder beidseitige Schmerzen im/in den Versorgungsgebiet(en) des N. occipitalis major, minor und/oder tertius, die die Kriterien B-D erfüllen
  2. Der Schmerz weist mindestens zwei der folgenden Charakteristika auf:
    1. in paroxysmalen Schmerzattacken rezidivierend, die zwischen wenigen Sekunden bis Minuten dauern
    2. schwere Intensität
    3. einschießend, stechend oder scharf
  3. Der Schmerz wird von den beiden folgenden Punkten begleitet:
    1. Dysästhesie und/oder Allodynie zeigen sich bei harmloser Stimulation der Kopfhaut und/oder des Haares
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. Druckschmerzhaftigkeit über den betroffenen Nervenästen
      2. Triggerpunkte am Austrittspunkt des N. occipitalis major oder im Versorgungsgebiet von C2
  4. Durch eine Blockade des entsprechenden Nervs/der entsprechenden Nerven lassen sich die Beschwerden zeitweise lindern
  5. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Kommentar:

Die Schmerzen bei einer 13.4 Okzipitalisneuralgie können die frontoorbitale Region über trigemino-zervikale interneuronale Verbindungen in den Nuclei spinali nervi trigemini erreichen.

Die 13.4 Okzipitalisneuralgie muss von einer okzipitalen Schmerzprojektion aus dem Atlantoaxialgelenk oder den oberen Zygapophysealgelenken sowie von Triggerpunkten in der Halsmuskulatur oder ihren Ansatzstellen abgegrenzt werden.