13.13.2 Zentraler neuropathischer Schmerz nach Hirninfarkt (engl. Central post stroke pain – CPSP)

Beschreibung:

Üblicherweise einseitiger Gesichts- und/oder Kopfschmerz mit unterschiedlichem Erscheinungsbild, der Teile oder die Gesamtheit der kraniozervikalen Region miteinschließt und sensiblen Beeinträchtigungen verbunden ist, innerhalb von 6 Monaten nach einem Hirninfarkt auftritt und von diesem verursacht wird. Er ist nicht durch eine Läsion des peripheren N. trigeminus oder anderer Hirn- oder Halsnerven erklärbar.

Diagnostische Kriterien:
  1. Gesichts- und/oder Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Zustand nach ischämischem oder hämorrhagischem Infarkt
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch beide der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Schmerz hat sich innerhalb von 6 Monaten nach dem Infarkt entwickelt
    2. Die Bildgebung1 konnte eine vaskuläre Läsion an einem entsprechenden Ort nachweisen
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Anmerkung:
  1. Üblicherweise MRT.
Kommentar:

Ein 13.13.2 zentraler neuropathischer Schmerz nach Hirninfarkt wird auf eine Läsion der aufsteigenden Projektionen der Nuclei spinales nervi trigemini zurückgeführt. Auch zervikale spinothalamische Bahnen und die kortikale Verarbeitung können eine wichtige Rolle spielen. Die Symptomatik kann daher auch den Rumpf und/oder die Extremitäten der betroffenen Seite mit einbeziehen.

Kraniozervikale Schmerzen in Folge einer Thalamusläsion sind normalerweise Teil eines Hemisyndroms. Bei einer lateralen Läsion der Medulla oblongata kann der halbseitige Gesichtsschmerz auch isoliert auftreten, ist aber häufiger verbunden mit einer gekreuzten Hemidysästhesie.