11.1 Kopfschmerz zurückzuführen auf Erkrankungen der Schädelknochen

An anderer Stelle kodiert:

Kopfschmerz, der auf ein Schädeltrauma zurückgeht, wird unter 5. Kopfschmerz zurückzuführen auf eine Verletzung oder ein Trauma des Kopfes und/oder der HWS oder einem seiner Typen kodiert.

Beschreibung:

Kopfschmerz, der von einer nichttraumatischen Erkrankung oder Läsion der Schädelknochen verursacht wird.

Diagnostische Kriterien:
  1. Kopfschmerz, der das Kriterium C erfüllt
  2. Eine Läsion im Schädelknochen, die als valide Ursache von Kopfschmerzen bekannt ist, wurde klinisch, laborchemisch und/oder mittels Bildgebung nachgewiesen
  3. Ein kausaler Zusammenhang kann durch mindestens zwei der folgenden Kriterien gezeigt werden:
    1. Der Kopfschmerz hat sich in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Beginn der Erkrankung der Schädelknochen oder des Auftretens der Läsion entwickelt
    2. Einer oder beide der folgenden Punkte sind erfüllt:
      1. der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit der Verschlechterung der Erkrankung oder Läsion der Schädelknochen deutlich verschlechtert
      2. der Kopfschmerz hat sich gleichzeitig mit der Besserung der Erkrankung oder Läsion der Schädelknochen deutlich verbessert
    3. Der Kopfschmerz verschlimmert sich bei Druck auf die Läsion in den Schädelknochen
    4. Der Kopfschmerz ist dort lokalisiert, wo sich die Läsion in den Schädelknochen befindet
  4. Nicht besser erklärt durch eine andere ICHD-3-Diagnose.
Kommentar:

Die meisten Erkrankungen des Schädelknochens – wie kongenitale Fehlbildungen, Frakturen, Tumore oder Metastasen – werden üblicherweise nicht von Kopfschmerzen begleitet. Wichtige Ausnahmen sind Osteomyelitis, Multiples Myelom und M. Paget. Kopfschmerzen können auch durch Läsionen des Mastoids oder durch eine Petrositis hervorgerufen werden.